Das Jahr 2025 ist für Thailand ein entscheidender Wendepunkt geworden, besonders wenn es um Umweltfragen geht. Wie Bangkok Biz News berichtet, zeigt sich der Konflikt zwischen Entwicklungsdrang und dem Schutz der Bürgerrechte sowie der Ressourcen in mehreren Regionen des Landes immer deutlicher. Der Umweltrechtsgruppenverband EnLAW hat wichtige Themen des vergangenen Jahres dokumentiert, die auf eine unzureichende Berücksichtigung von Umweltbelangen hindeuten, insbesondere angesichts der Unterzeichnung eines umstrittenen Memorandum of Understanding (MOU) zwischen der thailändischen Regierung und den USA.

Dieses MOU, das am 26. Oktober 2025 ohne öffentliche Bekanntmachung unterzeichnet wurde, hat die Zivilgesellschaft in Aufruhr versetzt. Es zielt auf die Entwicklung einer Lieferkette für essentielle Mineralien ab, jedoch haben Kritiker Bedenken hinsichtlich einer möglichen Abhängigkeit Thailands von den USA geäußert, während Gesundheits- und Umweltkosten letztlich auf den Schultern des Landes lasten könnten. Forderungen nach einer Beendigung des MOU werden laut und unterstreichen die Spannungen zwischen nationalen Interessen und öffentlicher Gesundheit.

Umstrittene Projekte im Fokus

Auch das Mega-Projekt „Landbridge“, das den Golf von Thailand mit dem Andamanensee verbinden soll, bleibt ein Streitthema. Mit seinen 109 Kilometern an Tiefseehäfen, Schienensystemen, Straßen und Gaspipelines in den Provinzen Ranong und Chumphon wird es nicht nur für seine mögliche wirtschaftliche Rentabilität, sondern auch für seine potenziellen Umweltauswirkungen und die Konsequenzen für lokale Gemeinschaften kritisch betrachtet. Ein ebenso zweifelhafter Gesetzesentwurf zur Schaffung einer Sonderwirtschaftszone im Süden könnte zu gefährlichen Investitionen führen und birgt bedeutende Risiken für Umwelt und Gesundheit.

Was die Energieversorgung angeht, so kündigte die Regierung trotz hoher Stromreserven von 40 bis 50 % die Errichtung neuer Kraftwerke an, darunter das Burapha Power Plant in Chachoengsao. Diese neuen Anlagen nutzen importiertes LNG, was die Abhängigkeit von ausländischer Energie weiter erhöht und zu einer Zunahme der Treibhausgasemissionen führt.

Ein Schritt in die richtige Richtung?

Mit Blick auf die zukünftige Klimapolitik ist Thailand als eines der 15 Schwerpunktländer des Bundesumweltministeriums Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI), was bereits erste Früchte trägt. Laut der IKI soll Thailand bis 2050 klimaneutral werden, ein Ziel, das Premierminister Prayut Chan-o-cha in Anlehnung an eine langfristige Strategie zur emissionsarmen Entwicklung ausgerufen hat. Die nationale Wirtschaftsentwicklungsstrategie setzt auf Bio-, Circular- und Green-Development als Modell für die wirtschaftliche Erholung nach der COVID-19-Pandemie.

Es laufen bereits 31 Projekte in den Bereichen Klima- und Biodiversitätsschutz, die von der IKI unterstützt werden. Die Initiativen konzentrieren sich unter anderem auf emissionsarmen Reisanbau und nachhaltige Produktionsketten. Weitere Projekte sollen nicht nur die Resilienz thailändischer Städte gegenüber dem Klimawandel stärken, sondern auch die Natur bewahren.

Herausforderungen und Engagement

Trotz dieser Fortschritte bleibt Thailand eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder. Küstenstädte sind nach wie vor durch den steigenden Meeresspiegel in Gefahr. Bereits im Jahr 2024 wurden auf dem zweiten Treffen des Nationalen Umweltrates Maßnahmen zur Bekämpfung von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Stürmen diskutiert. Auch vor PM 2.5-Smog-Saison wurden Schutzmaßnahmen für die öffentliche Gesundheit erörtert.

Zusätzlich plant die Regierung, striktere Gesetze gegen die illegale Entsorgung von gefährlichen Abfällen einzuführen. Der stellvertretende Premierminister Prasert betont die Dringlichkeit einer konsequenteren Umsetzung bestehender Umweltgesetze, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

Die Frage bleibt, ob politische Parteien und die Regierung in 2026 Umweltfragen zu einer zentralen Priorität machen werden. Denn ohne ein starkes Engagement könnte Thailand Gefahr laufen, weiterhin in eine umweltschädliche Entwicklung abzurutschen.

Für weitere Informationen lesen Sie bitte die detaillierte Berichterstattung auf Bangkok Biz News, die Internationale Klimaschutzinitiative und Thailand Sun.