Die Stadt Fujiyoshida, die sich in der Nähe des berühmten Berges Fuji befindet, hat das „Sakura Festival“ für das Jahr 2026 abgesagt. Der Grund dafür sind die übermäßig hohen Besucherzahlen, die die Stadt an ihre Grenzen bringen und zu erheblichen Verkehrsproblemen, Müllansammlungen und Beschwerden der Anwohner über das Eindringen in private Bereiche führen.

Gründe für die Absage des Festivals

Am 5. Februar 2026 berichtete die BBC, dass die japanischen Behörden in Fujiyoshida beschlossen haben, das jährliche Sakura Festival in diesem Jahr abzusagen. Der Grund ist die Überlastung durch Touristen, die weit über die Kapazitäten der Gemeinde hinausgeht.

Der Besucheranstrom hat zu chronischen Verkehrsstaus, überfülltem Müll und Berichten von Anwohnern geführt, die von Touristen gestört werden, die ohne Erlaubnis in ihre Häuser eindringen, um die Toilette zu benutzen, und sogar in privaten Gärten ihr Geschäft verrichten.

Beliebtes Ziel während des Frühlings

Fujiyoshida ist ein beliebtes Ziel im Frühling, da die Besucher die Kirschblüten vor der Kulisse des Fuji bestaunen können. Doch diese schöne Aussicht wird zunehmend zur Bedrohung für die friedliche Lebensweise der Anwohner, wie der Bürgermeister Shigeru Horiuchi erklärte, der betonte, dass die Stadt sich in einer schweren Krisensituation befinde.

Horiuchi betonte, dass die Entscheidung getroffen wurde, das über 10 Jahre alte Festival zu beenden, um die Würde und die Lebensumstände der Bürger zu schützen.

Details zum Festival

Das Festival wird seit 2016 im Arakurayama Sengen Park veranstaltet, der eine der beliebtesten Aussichtspunkte auf die Stadt und den Berg Fuji sowie beliebte Fotomotive für soziale Medien bietet. Ursprünglich sollte es ein lebhaftes Ambiente schaffen und Touristen anziehen.

Jedoch haben die Behörden festgestellt, dass die Besucherzahlen in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen sind und die Kapazitäten der Stadt überschreiten, was zu einem sogenannten „Overtourism“ führt. In der Hochsaison der Kirschblüte muss die Stadt über 10.000 Touristen pro Tag bewältigen, was vor allem auf den schwachen Yen und die Beliebtheit auf sozialen Medien zurückzuführen ist.

Voraussichtliche Besucherzahlen und Maßnahmen

Trotz der Absage des Festivals wird die Stadt voraussichtlich weiterhin eine große Anzahl von Touristen während der Monate April bis Mai empfangen und bereitet entsprechende Maßnahmen vor.

In der Vergangenheit hat Japan bereits Maßnahmen ergriffen, um mit Touristen umzugehen, die für Fotomotive anreisen. Im Jahr 2024 wurde in der Stadt Fujikawaguchiko ein schwarzes Zaun installiert, um berühmte Fotospots zu schützen, nachdem Anwohner sich über Müll und illegales Parken beschwert hatten.

Internationale Entwicklungen

Japan ist nicht das einzige Land, das mit diesem Problem konfrontiert ist. Italien hat bereits eine Gebühr von 2 Euro für den Zugang zur Trevi-Brunnen-Anlage in Rom eingeführt, um die Besucherzahlen zu verwalten und den Erhalt des Ortes zu gewährleisten.

In Venedig müssen Tagesbesucher zwischen April und Juli eine Gebühr von 5 Euro im Voraus oder 10 Euro bei kurzfristiger Buchung zahlen, um die Überfüllung der Stadt zu steuern.

Fazit

Die aktuelle Situation zeigt, dass viele Länder versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Tourismus und der Lebensqualität der Einheimischen zu finden, während die Zahl der Touristen weltweit rasch steigt.

Referenz: www.bbc.com