Die Herausforderungen der Plastikverschmutzung sind global, und Thailand steht an einem kritischen Punkt, um diese Problematik anzugehen. Die OECD hat klare Empfehlungen ausgesprochen, um die petrochemische Industrie des Landes zu reformieren, damit bis 2050 die Klimaziele des Net-Zero erreicht werden können. Aktuell verbrauchen die Thailänder pro Kopf jährlich 84 kg Plastik, was zu einem Abfall von 76 kg pro Person führt – ein Wert, der den weltweiten Durchschnitt übersteigt. Zudem ist Thailand die 16. größte Kunststoffproduzentin weltweit und trägt erheblich zu den CO2-Emissionen bei. Trotz dieser Herausforderungen plant Thailand, ein führendes Land in der nachhaltigen Innovationsindustrie zu werden, unter Einsatz des Bio-Circular-Green (BCG) Modells. Laut den neuesten Angaben hat die petrochemische Industrie auch eine wichtige ökonomische Bedeutung, da sie 7% des BIP ausmacht und direkt 200.000 Menschen beschäftigt. Im Jahr 2022 betrug der Wert der Kunststoffexporte Thailands 34,6 Milliarden USD, was zu einem Handelsüberschuss von fast 16 Milliarden USD führte.

Allerdings ist die Recyclingrate in Thailand alarmierend niedrig. Im Jahr 2022 wurden nur 12% des Kunststoffabfalls recycelt, und Thailand gehört zu den zehn Ländern mit der höchsten Plastikverschmutzung in den Ozeanen, mit einem Plastikabfluss von 2 kg pro Person. Obwohl Thailand drittgrößter Bioplastikproduzent weltweit ist, wird nur 1% der verfügbaren Rohstoffe wie Zuckerrohr und Maniok für die Bioplastikproduktion genutzt. Um die CO2-Emissionen in der petrochemischen Industrie zu reduzieren, identifiziert die OECD drei Schlüsseltechnologien: Bioethanol zu Bio-ethylen, die Unterstützung von biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen sowie die Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS). Zu den empfohlenen politischen Maßnahmen gehören die Senkung der Steuern auf Bioethanol für die Kunststoffproduktion sowie die Einführung von CO2-Preisen für nicht abbaubare Kunststoffe.

Der globale Kontext

Parallel zu den nationalen Bestrebungen Thailands wird auch auf internationaler Ebene aktiv an der Bekämpfung der Plastikverschmutzung gearbeitet. Der Global Treaty on Plastics, ein internationales Abkommen zur Reduzierung der Plastikverschmutzung auf null bis 2040, befindet sich momentan in der Entwurfsphase. 193 UN-Mitgliedstaaten haben sich verpflichtet, bis 2024 ein rechtlich bindendes Abkommen zu entwickeln. Zu den Hauptstrategien des Abkommens gehören Wiederverwendung, Recycling sowie der Umgang mit nicht wiederverwendbarem Plastik. Die UN schätzt, dass jährlich etwa 11 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane gelangen – eine Zahl, die sich bis 2040 verdoppeln könnte. Damit stehen Länder wie Thailand vor der Herausforderung, sich an die neuen Vorschriften anzupassen und gleichzeitig die Recycling-Infrastruktur zu verbessern.

Thailand produziert jährlich 2,76 Millionen Tonnen Plastikabfälle, wobei die Recyclingquote bei nur 18,12% liegt. Um den Anforderungen des Global Treaty gerecht zu werden, sind erhebliche Investitionen in die Recycling-Infrastruktur notwendig. Außerdem gibt es Bestrebungen, die Bioplastikproduktion bis 2028 auf 7,5 Millionen Tonnen zu steigern. Dies erfordert jedoch eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierung, Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um die Herausforderungen in Bezug auf Kosten und Produktionsprozesse zu bewältigen.

Ein Blick nach Deutschland

Während Thailand sich mit diesen Herausforderungen auseinandersetzt, gibt es auch interessante Entwicklungen in der deutschen Kunststoffindustrie. Im Jahr 2023 sind die Produktionsmengen im Vergleich zu 2021 gesunken. Laut der Studie „Stoffstrombild Kunststoffe in Deutschland 2023“ wurden 12,8 Millionen Tonnen Kunststoffe verarbeitet, was einem Rückgang von 8,5 % entspricht. Die Menge an verarbeiteten Primärkunststoffen ist um 11,4 % gesunken, jedoch stieg der Einsatz von Rezyklaten um 6,2 %. Dies zeigt, dass auch in Deutschland der anspruchsvolle Weg hin zu einer nachhaltigeren Kunststoffwirtschaft eingeschlagen wird. Insgesamt fielen 2023 5,9 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle an, von denen 99,5 % stofflich oder energetisch verwertet wurden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Thailand als auch Deutschland vor großen Herausforderungen in der Kunststoffwirtschaft stehen. Die Bemühungen um eine nachhaltige Lösung erfordern nicht nur nationale Anstrengungen, sondern auch internationale Kooperationen, um die Plastikverschmutzung effektiv zu bekämpfen und die Umwelt zu schützen. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und Lösungsansätzen finden Sie in den Quellen hier, hier und hier.