Was passiert in der Welt der Migranten in Thailand? Ein kürzlich abgehaltenes Forum zum Thema Gesundheitsversorgung hat einige wichtige Punkte aufgeworfen. Die Arbeitsmigration ist ein wesentlicher Bestandteil der thailändischen Wirtschaft, vor allem in Bereichen wie Produktion, Bau, Landwirtschaft und Dienstleistungen. Schon heute leben etwa 4,65 Millionen Migranten in Thailand, von denen 3,65 Millionen legal registriert sind. Trotz ihrer bedeutenden Rolle in der Wirtschaft zeigt eine Umfrage aus diesem Jahr überraschende Zeiten: 45,5% der Migranten haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung, und 32,9% kämpfen mit Sprachbarrieren, die es ihnen schwer machen, notwendige Gesundheitsdienste zu erreichen.
Die hohe Anzahl an Migranten ist besonders relevant, wenn man bedenkt, dass 74,5% von ihnen aus Myanmar stammen. Das Gesundheitsforum, das am 17. und 18. Dezember 2024 in der Provinz Tak stattfand, hatte zum Ziel, über die dringenden Herausforderungen beim Zugang zur Gesundheitsversorgung zu diskutieren. Hierbei waren über 300 Teilnehmer anwesend, darunter Vertreter von Regierung, Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen. In Regionen wie Tak, einem wichtigen Grenzstandort, sind diese Diskussionen besonders wertvoll, da jährlich etwa eine Million grenzüberschreitende Bewegungen stattfinden. HSRI hebt hervor, dass Migranten oft rechtliche Unsicherheiten und fehlende Dokumente daran hindern, die benötigte Gesundheitsversorgung zu erhalten.
Gesundheitsschutz und Sozialversicherung für Migranten
Ein zentrales Thema bei der Diskussion war die Notwendigkeit eines umfassenden Gesundheitsschutzsystems für Migranten. Der Direktor der Abteilung für Arbeitsvermittlung, Charnbodi Ditcharoen, betonte, dass Migranten eine Arbeitserlaubnis benötigen und gesundheitliche Untersuchungen durchlaufen müssen, um Zugang zu Sozialversicherung zu erhalten. Doch das Problembild wird klar: Nur 1,5 Millionen der registrierten Migranten sind tatsächlich sozialversichert, was bedeutet, dass etwa 2 Millionen ohne jegliche Absicherung dastehen. Dr. Nakarin Pinpathomrat von der Sozialversicherungsbehörde zeigte auf, dass ein erheblicher Teil des Budgets für Geburtshilfe verwendet wird, was eine neue Herausforderung darstellt.
Es gibt auch private Versicherungsunternehmen, die Migranten unterstützen, die auf die Sozialversicherung warten. Bedenken von Seiten der internationalen Gemeinschaft und der Gesundheitsorganisationen verdeutlichen, dass Migranten als Menschen mit Rechten betrachtet werden müssen und nicht nur in ihrer Funktion als Arbeitskräfte. An dieser Stelle wird der Mangel an klaren Richtlinien zur Gesundheitsversorgung für Migranten zu einem ernsthaften Problem. Effektive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren ist vonnöten, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern, was unterstrichen wurde, als der UNSR United Nations Special Rapporteur über die Rechte von Migranten die Notwendigkeit einer besseren Integration von Daten und Systemen ansprach.
Herausforderungen und Lösungsansätze
Die Herausforderungen beim Zugang zu Gesundheitsdiensten sind vielfältig: Finanzielle Hürden und unzureichende medizinische Dienstleistungen, die nicht auf die Lebensweise der Migranten abgestimmt sind, sind nur einige davon. Es wird jedoch immer deutlicher, dass Thailand, als Zentrum für intraregionale Migration, politische Lösungen erfordert, die spezifische Bedürfnisse der Migranten ansprechen. Ein solcher Ansatz könnte die Schaffung eines nationalen Identifikationssystems für Migranten umfassen, ebenso wie die Erlaubnis für ausländische Gesundheitsarbeiter, in Thailand tätig zu werden. Nur so kann ein angemessenes Maß an Gesundheitsversorgung für alle in Thailand lebenden Menschen gewährleistet werden, wie auch WHO erkennt.
Zusammengefasst zeigt sich, dass die Gesundheitsversorgung für Migranten in Thailand eine dringende Verbesserung benötigt. Die Kooperation von Regierung, privatem Sektor und Zivilgesellschaft wird entscheidend sein, um nicht nur die Lebensqualität der Migranten zu erhöhen, sondern auch eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen, die niemanden zurücklässt.