In Bangkok tut sich was: CHANGAN Automobile, ein wichtiger Akteur in der Automobilindustrie, verfolgt mit seinem Motto „In Thailand, For Thailand“ ambitionierte Pläne. Das Unternehmen hat klar signalisiert, dass es die thailändische Wirtschaft und die heimische Automobilindustrie aktiv fördern möchte. Die jüngsten Ankündigungen beinhalten die Einführung neuer Elektrofahrzeuge, unter anderem die Modelle DEEPAL NEW S07 und DEEPAL HUNTER K50 REEV Max AWD, die bei den thailändischen Autofahrern hoch im Kurs stehen dürften. CHANGAN hat in den letzten zwei Jahren mehr als 10 Milliarden Baht in die Entwicklung seiner Produktionsstätte in Rayong investiert. Diese ist nicht nur das erste Werk außerhalb Chinas, sondern auch als regionales Zentrum für Südostasien, Australien und Neuseeland konzipiert. Das berichtet ryt9.com.

Auch die Arbeitsmarktsituation profitiert von diesen Entwicklungen: Über 20.000 Arbeitsplätze wurden in der gesamten Lieferkette geschaffen, mehr als 90% der Mitarbeiter sind Thailänder. Ein beachtlicher Schritt in Richtung lokale Selbstversorgung, denn über 60% der Teile werden bereits vor Ort produziert und sollen bis 2030 auf 80% steigen. Die Pläne von CHANGAN beinhalten zudem, bis Ende 2023 über 1.000 lokal hergestellte DEEPAL S05-Fahrzeuge nach Europa zu exportieren. Ein Teil der Vision ist es, Thailand zum Zentrum für Elektrofahrzeugproduktion in der Region zu machen.

Der Wettbewerb im Elektrofahrzeugmarkt

Thailand hat sich als ein Magnet für chinesische Automobilhersteller etabliert. Mit rund 12 chinesischen Marken unter den insgesamt 31 bestehenden EV-Marken zeigt sich, dass die Automobilindustrie hier floriert. Chinesische Hersteller profitieren von einem unterstützenden regulatorischen Umfeld, das den Markteintritt begünstigt. Das Fehlen von Freihandelsabkommen mit größeren Exportländern hat dazu geführt, dass der thailändische Markt besonders für günstigere, lokal montierte Fahrzeuge von Marken wie BYD, GWM und MG attraktiv ist. Das wird von kpmg.com erläutert.

Die thailändische EV-Politik, die eine lokale Montage vorschreibt, könnte sich als Herausforderung für diese Hersteller erweisen. So lautet die EV 3.5-Politik, dass Hersteller bis 2026 mindestens zwei lokal montierte Fahrzeuge für jedes importierte Modell produzieren müssen. Diese Vorgaben könnten dazu führen, dass die Kostenstruktur in Thailand steigt und die bereits niedrigen Preise unter Druck geraten. Dennoch bleibt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Thailand ungebrochen, da die Verbraucher zunehmend auf nachhaltige Mobilität setzen.

Chinas Expansionspläne in Thailand

Während CHANGAN und andere Hersteller wie BYD ihre Expansion in Thailand vorantreiben, wird das Land zum strategischen Produktionszentrum für die chinesische Automobilindustrie. Die gut ausgebaute Infrastruktur und die langjährige Erfahrung in der Automobilherstellung erleichtern diesen Unternehmen das Vorankommen. Mit einer neuen Fabrik in Rayong schafft BYD bis zu 10.000 Arbeitsplätze und plant eine Produktionskapazität von 150.000 Fahrzeugen jährlich. Dies könnte den Export nach Europa begünstigen und weitere Technologie und Arbeitsplätze nach Thailand bringen, wie der-farang.com berichtet.

Insgesamt ist Thailand auf dem Weg, sich als bedeutender Player im Bereich Elektromobilität und kosteneffiziente Produktion zu etablieren. Der Wettlauf um Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie hat gerade erst begonnen, und es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Markt weiterentwickeln wird. Doch eines ist sicher: Die Fortschritte in der elektrischen Mobilität, verbunden mit der lokalen Produktionsstrategie, positionieren Thailand gut für die kommenden Jahre.