In Bangkok brodelt die Musikszene und ruft Künstler dazu auf, neue Wege zu gehen. Ein besonders spannender Akteur ist der innovative Musiker Geungjak, der die Grenzen der thailändischen Musik in Frage stellt. Laut The People sucht Geungjak nach frischen Möglichkeiten, fernab des konservativen Rahmens, und zeigt damit, dass ein Umdenken notwendig ist. In einer Welt, die sich ständig verändert, haben die Herausforderungen beim Stimmen seines Klaviers sein Interesse an elektronischer Musik und Soundprogrammierung geweckt.

Die Fusion von Jazz und elektronischer Musik spielt in Geungjaks Schaffen eine zentrale Rolle. Der Übergang von traditionellen Jazzklängen hin zu elektronischen Beats und Live-Coding wird dabei von einer experimentellen Improvisation untermalt. Seine Arbeit beschreibt Geungjak als „Multi-sensory Contemporary Jazz Performance“, die darauf abzielt, verschiedene Sinne anzusprechen. Mit seinem Album „Lak Lan“ aus dem Jahr 2020 stellt er Fragen zur Identität, was als Auftakt seiner künstlerischen Reise gesehen werden kann.

Identität und Widersprüche

Eines der kommenden Highlights seiner Karriere ist die geplante Aufführung „Lak Lan Yon Yang“ Ende 2025, die die Identitätskonflikte thailändischer Menschen im Ausland thematisiert. Geungjak reflektiert über die Widersprüche, die in der thailändischen Gesellschaft sichtbar sind – ein Spannungsfeld zwischen kapitalistischen Feiern und tief verwurzelten Traditionen. Dabei untersucht er, wie US-Imperialismus historische Wurzeln dieser Widersprüche geprägt hat.

Die Herausforderungen für thailändische Künstler, insbesondere in den USA, sind nicht zu unterschätzen. Schwierigkeiten bei der Beantragung von Visa und Geldmittel sind nur einige der Hürden, die sie überwinden müssen. Geungjak selbst ringt um Lösungen, findet jedoch auch Unterstützung durch Stipendien, die ihm Zeit und Raum für seine kreative Entfaltung geben.

Künstlerische Vision und Perspektive

Gemeinsam mit seiner Partnerin, Fem-Nitcha, betätigt sich Geungjak im Projekt „Elekkhlekha“, wo Musik und visuelle Kunst auf faszinierende Weise kombiniert werden. Ein weiteres bemerkenswertes Vorhaben ist die Gründung des „Network Gong Ensemble Archive“, mit dem Ziel, koloniale Denkweisen in der Musik zu dekonstruiert. Geungjak kritisiert die oft rein technische Perspektive des Westens auf asiatische Musik und plädiert für einen ganzheitlicheren Ansatz.

Besonders am Herzen liegt ihm die Einbeziehung des Publikums in seine Performances. Er fördert kollektive Musikpraktiken und möchte mit seiner Kunst gesellschaftliche Wahrheiten ansprechen. Im Hinblick auf die Zukunft hat Geungjak ein feines Gespür für die Balance zwischen Thailand und dem Ausland entwickelt, um seine Kunst global zu präsentieren und Mut zur offenen Diskussion zu schaffen. Für unabhängige Künstler, die in der turbulenten Stadt New York leben, ist die Resilienz und das langfristige Denken von hoher Bedeutung. Sie müssen ein gutes Händchen haben, um ihre Nische zu finden und erfolgreich zu sein.

Während Geungjak sich auf seine nächsten Schritte vorbereitet, lässt sich eines bereits jetzt festhalten: Seine Arbeiten wirken wie ein musikalischer Dialog, der nicht nur die eigene Identität, sondern auch die Vielfalt thailändischer Klänge und Geschichten widerspiegelt. Ein Spannungsfeld, das nicht nur in Bangkok, sondern weltweit Gehör finden sollte.