In Thailand steht der 24. Oktober 2025, der Tag des Versterbens von Königin Sirikit, im Zeichen des Gedenkens. Anlässlich dieses traurigen Ereignisses veranstaltet das thailändische Kulturministerium eine groß angelegte Freiwilligenaktion, um Trauerribbons herzustellen. Vom 5. November 2025 bis Februar 2026 können sich Interessierte im ersten Stock des Kulturministeriums beteiligen und damit ein Zeichen der Dankbarkeit und des Respekts setzen. Ministerin Sabida Thaiseth betont die Wichtigkeit dieser Ribbons, die nicht nur symbolisch für Trauer und Respekt stehen, sondern auch verschiedene Designs aufweisen, die diese Gefühle künstlerisch interpretieren.
Insgesamt sollen 9.993 Trauerribbons aus schwarzen und weißen Stoffen angefertigt werden, verziert mit Perlen und weißen Blumen. Diese Aktion lädt nicht nur religiöse Netzwerke und Schulen, sondern auch Partnerorganisationen ein, sich engagiert zu beteiligen. Die erste Verteilung der Ribbons fand am 8. November 2025 im Swissotel Bangkok Ratchada statt. Zukünftige Verteilungen sind an belebten Orten wie Bahnhöfen, Einkaufszentren und Schulen geplant.
Ein Zeichen der Loyalität und Dankbarkeit
Die Trauerribbons sind jedoch nicht die einzige Initiative, die zur Ehrung der verstorbenen Königin ins Leben gerufen wurde. Im Gefängnis von Betong in der Provinz Yala fand im November 2025 eine besondere Veranstaltung statt, bei der männliche und weibliche Insassen schwarze Bänder herstellten. Kommandant Anucha Nuanthai erläuterte, dass diese Aktivität den Insassen die Möglichkeit bietet, ihre Loyalität und Dankbarkeit gegenüber der Königin auszudrücken.
Insgesamt plant das Gefängnis die Produktion von 3.000 schwarzen Bändern, die an die Öffentlichkeit und verschiedene Organisationen verteilt werden sollen. Diese Initiative soll auch das Bewusstsein für gute Taten fördern und die Insassen dazu ermutigen, aktiv an ihrer Resozialisierung zu arbeiten. Für viele der Insassen ist es eine Herzensangelegenheit, ihren Beitrag zu leisten und eine positive Rolle in der Gesellschaft zu übernehmen.
Kultur und Tradition der Trauer in Thailand
Die Trauerribbons und die Initiativen aus den Gefängnissen sind Teil einer umfassenderen Tradition, die tief in der thailändischen Kultur verwurzelt ist. Thai-Bestattungen sind nicht nur ein unvermeidliches Ritual des Lebens, sondern auch eine Möglichkeit, den Verstorbenen Ehre zu erweisen und Trost für die Hinterbliebenen zu spenden. Die Bestattungsrituale spiegeln die vielfältigen kulturellen Einflüsse Thailands wider, darunter Elemente des Animismus, Brahmanismus-Hinduismus und Buddhismus.
- Eintragsformular:
- Die Zeremonie beginnt mit der Meldung des Todes, gefolgt von privaten Vorbereitungen der Familie wie Waschen und Ankleiden des Körpers.
- Traditionell überspannt die Zeremonie mehrere Tage und umfasst das Abhalten von Gebeten sowie das Einäschern des Verstorbenen.
- Nach dem Verbrennen werden die Überreste in einer Zeremonie ins Wasser gegeben, um die Seele zu befreien.
- Gedenkzeremonien werden 7, 50 und 100 Tage nach dem Tod abgehalten und bieten den Trauernden einen Raum zum Erinnern und Trauern.
Die Kultur der Trauer in Thailand fördert nicht nur Gemeinschaft und Unterstützung unter den Hinterbliebenen, sondern öffnet auch den Raum, um über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken. Die Initiativen rund um die Trauerribbons sind daher mehr als ein Symbol – sie verkörpern die Werte, die den thailändischen Menschen am Herzen liegen.
Die anhaltende Anstrengung, sich gegenseitig in dieser schweren Zeit zu unterstützen und zu zeigen, dass man zusammensteht, ist nicht nur in der Trauer bemerkbar, sondern auch ein Zeichen für den Zusammenhalt innerhalb der thailändischen Gesellschaft. Die Freiwilligenaktionen und Bestattungstraditionen sind Ausdruck einer tiefen emotionalen Verbindung zur Vergangenheit und zu den verstorbenen Persönlichkeiten, die das Land geprägt haben.