Die thailändische Wirtschaft kämpft noch immer mit den Nachwirkungen der COVID-19-Pandemie, die vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stark getroffen hat. Laut einem Bericht von Nation TV sind die KMU in Thailand nicht nur durch globale wirtschaftliche Schwankungen, sondern auch durch den zunehmenden Wettbewerb im Rahmen der grünen Wirtschaft unter Druck geraten. Diese Unternehmen machen stolze 99,5 % aller Firmen im Land aus und sind für 35,3 % des BIP verantwortlich.

In einer alternden Gesellschaft, die über 15 Millionen Menschen über 60 Jahre umfasst, muss die Regierung zudem mit einer abnehmenden fiskalischen Spielraum kämpfen. Eine Staatsverschuldung von 65 % des BIP und ein Haushaltsdefizit von 4,5 % setzen den Handlungsspielraum weiter herab. Um diese schwierige Lage anzugehen, fordert die Regierung fünf dringende Maßnahmen, die sofort umgesetzt werden müssen. Dazu gehört die Förderung des Exports, die Stärkung des Tourismussektors und die Unterstützung der KMU.

Wirtschaftliche Aussichten im Jahr 2025

Die Weltbank sieht jedoch Licht am Ende des Tunnels. Laut dem Thailand Economic Monitor wird die thailändische Wirtschaft im Jahr 2025 an Schwung gewinnen, mit einem prognostizierten Wachstum von 2,9 % und einer Rückkehr des Tourismus auf das Niveau vor der Pandemie. Die Inlandsnachfrage und fiskalische Stimulusmaßnahmen, wie das Digital Wallet-Programm, könnten den privaten Konsum ankurbeln und die Armutsquote auf 8,2 % senken.

Doch auch die Herausforderungen bleiben nicht aus. Die KMU sehen sich mit starker Konkurrenz konfrontiert und müssen dringend ihre Innovationskraft verbessern, um nicht international ins Hintertreffen zu geraten. Besonders prekär ist die Situation in der Forschung und Entwicklung: nur 1,1 % der thailändischen Unternehmen investieren in diese Bereiche. Damit liegt Thailand im Vergleich zu seinen ASEAN-Nachbarn am Ende der Rangliste – die Philippinen beispielsweise investieren 40,9 % in Innovationsprozesse.

Innovationen als Lösungsansatz

Ein Bericht der Weltbank betont, dass ohne technologische Fortschritte und Investitionen in die Innovationskraft der thailändischen Unternehmen, die Wettbewerbsfähigkeit weiter sinken wird. «Unternehmen müssen nachhaltige Produktionspraktiken übernehmen, um nicht aus globalen Wertschöpfungsketten ausgeschlossen zu werden», warnte Danucha Pichayanan, Generalsekretär des NESDC.

Die Situation könnte dramatische Folgen haben. Im Jahr 2024 meldeten sich rund 24.000 KMU ab, mehr als 1.200 Fabriken mussten schließen und über 35.000 Arbeitsplätze gingen verloren, vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Die bestehende Innovationsresistenz führt dazu, dass viele Unternehmen den Übergang zu modernen Geschäftsmodellen versäumen. Um dem entgegenzuwirken, sind Koordinierte Anstrengungen von Regierung und Privatwirtschaft notwendig. Dabei gilt es, den KMU den Zugang zu Finanzierungen zu erleichtern, um technologische Fortschritte zu realisieren.

Die thailändische Gesellschaft steht also vor einer Herausforderung, aber auch einer Chance: Die Umsetzung effektiver politischer Reformen könnte helfen, nicht nur die aktuelle Krise zu bewältigen, sondern auch die Weichen für eine gesunde wirtschaftliche Zukunft zu stellen. Denn eines ist klar: Um in der globalen Wirtschaft erfolgreich zu sein, muss Thailand sein Innovationspotenzial voll ausschöpfen.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein für die wirtschaftliche Stabilität und die Möglichkeit der Nation, als führender Akteur in der Region zu agieren. Ein gutes Händchen bei der Umsetzung der Maßnahmen könnte zudem die politische Stabilität fördern, die in den letzten Jahren oft gefehlt hat.