In Bangkok sind die wirtschaftlichen Perspektiven für 2025 durch einige Herausforderungen geprägt. Naren Chutijirawong, der Executive Director von Deloitte Thailand, äußert sich besorgt über die Rolle von Künstlicher Intelligenz (AI) in der thailändischen Wirtschaft. Laut InfoQuest wird das Wachstum des thailändischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr schätzungsweise unter 2% liegen. Die Bank of Thailand prognostiziert sogar ein Wachstumsminus von 1,5% für 2025.
Die Wirtschaft Thailands kämpft mit mehreren Strapazen. Über 30% der Haushaltsverschuldung stammen aus privatem Konsum, und der tourismusabhängige Sektor muss eine unregelmäßige Erholung hinnehmen, wobei die internationalen Touristenzahlen im Vergleich zum Vorjahr um fast 8% gesunken sind. Der Tourismussektor, der 20% des BIP ausmacht, steht unter Druck, sich schnell zu erholen. Doch die ttb analytics betont, dass die touristischen Angebote und ausländischen Investitionen zwar Hauptantriebskräfte bleiben, jedoch weiterhin eingeschränkt sind.
Export und Produktion im Rückgang
Im Exportsektor gibt es Licht und Schatten: Während der Exportwert von Januar bis Oktober 2024 um 13% anstieg, wachsen die Produktionszahlen nicht im gleichen Tempo. Der durchschnittliche Produktionsindex (MPI) sank um 1% im selben Zeitraum. Die Prognose des MPI für 2024 deutet auf einen weiteren Rückgang von 0,75% hin, während für 2025 ein langsames Wachstum von bis zu 2% erwartet wird.
Die Analyse zeigt auch, dass die Exportherausforderungen zunehmen. Hohe Lagerbestände, eine globale wirtschaftliche Abschwächung und Handelsbarrieren, vor allem seitens der USA, setzen die thailändischen Exporteure stark unter Druck. Der Einfluss geopolitischer Unsicherheiten und Naturkatastrophen ist ebenso nicht zu unterschätzen, wie Chutijirawong anmerkt. Die Schäden aus den jüngsten Überschwemmungen im Süden Thailands könnten bis zu 27.000 Millionen Baht betragen, was 0,14% des BIP entspricht.
Künstliche Intelligenz: Ein Werkzeug mit Hindernissen
Ein zentrales Thema ist die Implementierung von KI in Unternehmen. Derzeit nutzen weniger als 20% der Firmen KI vollständig. Viele sehen KI lediglich als operatives Werkzeug und nicht als Haupttreiber für Renditen. Analysten von Deloitte identifizieren drei Hauptprobleme: Unternehmen müssen die operative Exzellenz verbessern, externe Unsicherheiten bewältigen und KI von bloßen Experimenten zu realen Anwendungen weiterentwickeln. Es ist entscheidend, dass KI in bestehende Prozesse integriert wird, was oft an qualifizierten Fachkräften und einem Verständnis für Daten und Governance hapert.
Obwohl AI in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle spielen könnte, ist der Markt für Künstliche Intelligenz in Thailand noch weit von seinem Potenzial entfernt. Die Marktforscher von Statista erwarten ein starkes Wachstum bis 2030, wobei Fortschritte in der Rechenleistung und die Verfügbarkeit von Big Data als treibende Kräfte fungieren werden. Doch ohne die richtigen Investitionen und die notwendigen Fachkräfte wird es für Thailand schwierig, mit anderen Ländern mitzuhalten.
Insgesamt sieht die wirtschaftliche Realität für Thailand 2025 herausfordernd aus. Die möglichen Zinssenkungen, die den Zugang zu Krediten erleichtern könnten, stehen im Kontrast zur hohen Staatsverschuldung. Dennoch könnte die Kombination aus einem stabilisierenden Tourismus und schrittweisen Exportsteigerungen dem Land helfen, sich aus dieser Phase der Unsicherheit zu befreien. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Wirtschaft einen neuen Aufschwung findet, bevor es zu spät ist.