Die 28. Bangkok International Symposium on HIV Medicine fand kürzlich im Eastin Grand Hotel Phayathai statt und sorgte für spannenden Austausch unter Fachleuten. Organisiert vom Zentrum für AIDS- und Infektionsforschung des Thailändischen Roten Kreuzes, beschäftigte sich die Konferenz zwischen dem 14. und 16. Januar 2026 mit dem Thema „Präventionsarbeit und integrative Perspektiven zu HIV und verwandten Gesundheitsfragen“ berichtet Naewna.
Vertreter aus Wissenschaft, Gesundheitsdienstleistungen und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um über zwei wesentliche Themen zu diskutieren: die Übertragung von der Politik zur Praxis und die Komplexität von HIV in Bezug auf psychische Gesundheit und gesellschaftliche Integration. Ziel dieser Dialoge war es, die Herausforderungen bei der Prävention anzugehen und Lösungen zu finden, die alle Betroffenen einbeziehen.
Kunst als Sprachrohr
Ein zentrales Highlight der Veranstaltung war die Ausstellung „POWER OF ART“, die preisgekrönte Kunstwerke zum Thema „Meine Gesundheit. Mein Recht. Meine Identität.“ präsentierte. Diese Ausstellung, anlässlich des Pride Months im Juni 2025, zielt darauf ab, das Verständnis für sexuelle Vielfalt und Gesundheitsrechte zu fördern. Der symbolische Baum „TREE OF CHANGE: ENDING HIV TOGETHER“ vermittelte mit seinen „Wurzeln“, die für Menschenrechte und Gleichheit standen, sowie „Blättern“, die die Stimmen der verschiedensten Akteure repräsentierten, eindrucksvoll die Botschaft der Gemeinschaft und des Zusammenhalts.
Das Symposium diente nicht nur als Plattform für den Wissensaustausch über HIV-Prävention, es bot auch Raum für die Reflexion über psychische Gesundheit und die gesellschaftliche Dimension in der Gesundheitsversorgung. Medizinisches Personal, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Psychologen und interessierte Bürger konnten von den vielen Erfahrungen profitieren.
Echtzeit-Erfahrungen und Herausforderungen
Ein begleitender Bericht von UNAIDS beleuchtet die Realität vieler Menschen mit HIV in Thailand. So zeigt sich zum Beispiel ein alarmierendes Bild der Diskriminierung im Gesundheitswesen: 16% der Befragten berichteten in einer kürzlich durchgeführten Umfrage von Diskriminierung, während fast 10% der Frauen Vorurteile beim Zugang zu Gesundheitsdiensten erlebten. Besonders erschreckend ist, dass 39% der Teilnehmer sich wegen ihres HIV-Status beschämt fühlten. Diese und andere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Stigmatisierung und Diskriminierung in den Griff zu bekommen.
Die Thailand Stigma Index 2.0-Studie, die zwischen 2022 und 2023 mit über 2500 Teilnehmern aus 24 Provinzen durchgeführt wurde, deckt auch spezifische Probleme auf. Sattayu Sithirakarn von der CareMat Foundation spricht über die doppelte Stigmatisierung junger Männer, die Sex mit Männern haben. Diese Herausforderungen zeigen, wie wichtig es ist, über HIV-Status und dessen Folgen aufzuklären und zu sensibilisieren.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Ein positiver Aspekt ist, dass im Vergleich zur vorherigen Stigma Index-Studie von 2009-2010 Fortschritte erkennbar sind: Damals berichteten 20% von verweigerten Gesundheitsdiensten. Heute gibt es ein Aktionsprogramm zur Reduzierung von Diskriminierung und Stigmatisierung, das darauf abzielt, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen und positive Veränderungen voranzutreiben. Menschenrechtsbasierte Gesetze und Schulungen des Gesundheitswesens sind entscheidend, um die Akzeptanz zu fördern und Barrieren abzubauen.
Insgesamt zeigt die Diskussion beim Symposium und die begleitenden Erhebungen, dass Thailand auf einem guten Weg ist, das Stigma rund um HIV zu bekämpfen. Es bleibt jedoch noch viel zu tun, um ein integratives und verständnisvolles Gesundheitssystem zu gewährleisten. Die Herausforderungen, die Menschen mit HIV täglich zu bewältigen haben, sind real und erfordern kollektiv alle Anstrengungen.
Für interessierte Leser:innen gibt es noch viel mehr zu entdecken. Bleiben Sie dran für weitere Entwicklungen und Einblicke in die HIV-Pandemie in Thailand, um das Bewusstsein zu schärfen und zur Verbesserung der Lebensqualität zu beitragen.