Das Gesundheitswesen in Thailand steht vor finanziellen Herausforderungen, die zunehmend in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Laut policywatch.thaipbs.or.th sind die „Hängenden Schulden“ im Gesundheitswesen ein ernsthaftes Problem, das die Politik sowie die verantwortlichen Institutionen zwingt, aktiv zu werden. Die backlashotte dieser Schulden betrifft vor allem die Ausweitung der angebotenen Dienstleistungen im Rahmen des nationalen Gesundheitssystems, das seit langem eine Tragweite für die gesamte Bevölkerung hat.
Ein zentrales Problem ist, dass das National Health Security Office (NHSO) ein „End-of-Year-Budget“-System verwaltet, was zu Kürzungen bei den Behandlungskosten führt. Diese Problematik betrifft nicht nur die Krankenhäuser, sondern auch die Patienten, die von den harten finanziellen Einschnitten betroffen sind. Besonders in der letzten Zeit meldete das Krankenhaus Mongkutwattana, dass es ab dem 16. Oktober 2025 keine Patienten mit der Goldkarte (gesetzliche Krankenversicherung) mehr behandelt, da es auf über 110 Millionen Baht ausstehende Zahlungen von NHSO wartet, wie thestandard.co berichtet.
Überlastung des Systems und notwendige Reformen
Die Situation spitzt sich weiter zu, da mehrere medizinische Organisationen einen offenen Brief an das NHSO gesendet haben, um für gerechte Bezahlung zu plädieren. Dr. Sanan Visutthasakchai, stellvertretender Direktor des Siriraj-Krankenhauses, hebt hervor, dass es normalerweise innerhalb von 30 Tagen zu Zahlungen kommen sollte. Doch in der Realität kommt es häufig zu Verzögerungen. Die Unterschiede in der Verwaltung der Zahlungen für stationäre und ambulante Patienten schaffen zusätzlich Verwirrung und Missverständnisse zwischen den Dienstleistern und dem NHSO.
Das NHSO hat landesweit Schulden in Milliardenhöhe bei öffentlichen und privaten Krankenhäusern, was auf ein ineffizientes Budgetierungssystem zurückzuführen ist. Kritisch nähert sich auch Dr. Weerapand Suwannamai, Vizepräsident des Gesundheitskomitees des Senats, der Situation und warnt davor, dass in drei Jahren die Mittel für die Krankenhäuser aufgebraucht sein könnten. Dabei beginnen die tatsächlichen Behandlungskosten bei etwa 13.000 Baht pro Person, während nur 8.350 Baht erstattet werden.
Kritik und Ausblick
Die Verfehlungen im System sind nicht nur auf die finanziellen Engpässe zurückzuführen, sondern auch auf interne Managementprobleme. Diese Sichtweise wird von Dr. Kalyapat Rachitoroj bestätigt, die auf die Notwendigkeit grundlegender Reformen im Budgetierungssystem hinweist. Vorschläge umfassen etwa die Schaffung einer nationalen Gesundheitssystem-Datenbank, die eine transparente Verwaltung und genauere Kostendaten liefern könnte. Der ehemaliger Minister, Dr. Surapong Suvonglee, betont, dass diese Datenbank wesentlich wäre, um das Vertrauen in das System zu stärken.
Die Herausforderungen des thailändischen Gesundheitssystems sind nicht neu, sondern Teil einer langen Geschichte, die bis zur siamesischen Monarchie zurückreicht. Thailand hat über die Jahrzehnte seine Gesundheitsversorgung kontinuierlich ausgebaut, bis fast alle Staatsbürger im 21. Jahrhundert in den Genuss staatlich finanzierten Gesundheitsschutzes kommen. Doch die aktuelle Schuldenkrise zeigt, dass mehr denn je Handlungsbedarf besteht, um die Stabilität und Nachhaltigkeit der Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, wie auch das Gesundheitsministerium immer wieder betont.
Abschließend bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Notwendigkeit einer transparenten Kommunikation erkennen und die Budgetplanung baldmöglichst anpassen, um das thailändische Gesundheitssystem für die Zukunft zu sichern. Denn letztlich ist eines klar: Jeder Patient zählt und ihre Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen.