In Thailand gibt es zurzeit erhebliche Herausforderungen im Gesundheitswesen, insbesondere im Rahmen des Gold Cards-Systems. Professor Anan Pitakthanin von der Chulalongkorn-Universität hat kürzlich die Problematik rund um die 30 Baht Gesundheitsversicherung angesprochen. Diese neuartigen gesetzlichen Bestimmungen haben zwar den Zugang zu medizinischen Dienstleistungen für einkommensschwache Bürger enorm verbessert, doch gleichzeitig kämpfen die öffentlichen Gesundheitsdienste mit dringenden finanziellen Schwierigkeiten und langsamen Abrechnungsprozessen. Laut The Coverage ist das Vertrauen zwischen dem National Health Security Office (NHSO) und den Dienstleistern bereits stark angekratzt.
Eine positive Entwicklung kann jedoch nicht über die bestehenden Probleme hinwegsehen. Trotz der Schwierigkeiten könnte das System durchaus verbessert werden, ohne es gleich als gescheitert zu betrachten. Anan weist auf den Rückgang der Zahl der Haushalte hin, die aufgrund medizinischer Kosten in den Bankrott geraten sind – von über 216.000 im Jahr 2002 auf 49.000 im Jahr 2021. Außerdem sanken die Gesundheitsausgaben der Thailänder von etwa 34 % auf nur noch 9-10 % im Jahr 2019.
Finanzielle Instabilität im Gold Card-Programm
Die Situation wird jedoch durch die finanzielle Instabilität des Gold Card-Programms weiter verschärft. Das thailändische Gesundheitsministerium hat bekanntgegeben, dass der Nationale Gesundheitssicherheitsfonds steigende Verluste verzeichnet. Die öffentlichen Krankenhäuser leiden unter den finanziellen Folgen der Dienstleistungserbringung im Rahmen des Gold Card-Programms. Die Ausgaben werden voraussichtlich 110 % der Einnahmen erreichen und allein im Jahr 2024 bis zu 18,47 Milliarden Baht betragen, wie Thailand TIP berichtet. Die Liquidität der Krankenhäuser hat sich von 100 Milliarden Baht während der Covid-19-Pandemie auf derzeit nur 20 Milliarden Baht verringert.
Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen den Kosten für die Dienstleistungen und den Entschädigungssätzen ein Ungleichgewicht besteht. So liegen die tatsächlichen Kosten pro stationärem Fall zwischen 15.900 und 16.400 Baht, während die Erstattung lediglich 8.350 Baht pro Fall beträgt. Um dieser Misslage entgegenzuwirken, plant das Gesundheitsministerium, mit der NHSO über eine Erhöhung des Basissatzes zu verhandeln.
Öffentliche Kritik und der Kampf um das Vertrauen
Am 22. Oktober 2025 veröffentlichte die Gruppe „Freunde der Gesundheitsgarantie“ eine Erklärung, die sich gegen die Verbreitung von Falschinformationen und für den Schutz der Gesundheitsgarantie aussprach. Diese ist nicht nur ein Wohlfahrtsprojekt, sondern ein fundamentales Recht der Bürger. In den letzten 20 Jahren hat das Goldene Karte-System zur Verringerung von Ungleichheiten in Thailand beigetragen. Dennoch gab es zahlreiche Vorwürfe über verspätete Zahlungen und zurückgeforderte Summen von Krankenhäusern, was den öffentlichen Vertrauen stark erschüttert hat, so Bangkok Biz News.
Anan betont die dringende Notwendigkeit, dass das Gesundheitsministerium und die NHSO gemeinsam an Lösungen arbeiten. Zukünftige Ansätze könnten den Einsatz von Technologie zur Effizienzsteigerung in der Verwaltung umfassen. Und nicht zuletzt spielt die Einbeziehung aller Beteiligten – von Dienstleistern bis zur Öffentlichkeit – eine entscheidende Rolle für die Weiterentwicklung des nationalen Gesundheitssystems.
Es bleibt zu hoffen, dass durch die Zusammenarbeit aller Akteure das Vertrauen in das Gesundheitssystem wiederhergestellt werden kann und gleichzeitig die gesundheitlichen Bedürfnisse der Bevölkerung bestmöglich gedeckt werden. Aber der Weg dorthin ist steinig und erfordert viel Mut sowie ein gutes Händchen in der Umsetzung.