Das thailändische Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen, und dringender Handlungsbedarf wird laut einem Bericht von Thai PBS immer lauter. Am 6. Januar 2026 versammelten sich Vertreter der Zivilgesellschaft und das Netzwerk der Universitätskrankenhäuser, um Vorschläge zur Verbesserung des Systems zu diskutieren. Angesichts der bevorstehenden Wahlen am 8. Februar 2026 ist es wichtiger denn je, die bestehenden Ungleichheiten anzugehen.
Ein zentrales Anliegen der Teilnehmer war die Reduzierung der Ungleichheit und Unausgewogenheit im Gesundheitswesen. Besonders im Fokus steht die Einführung eines gemeinsamen „Zentralen Leistungsanspruchs“ für die drei Hauptgesundheitsfonds: die Nationale Gesundheitsversicherung, die Sozialversicherung und die Beamtenversorgung. Der Vorschlag zielt darauf ab, allen Bürgern die gleichen Gesundheitsdienstleistungen bereitzustellen, unabhängig davon, aus welchem Fonds sie finanziert werden.
Aktuelle Herausforderungen
Ein großes Problem stellt die ungleiche Budgetverteilung pro Kopf dar, welche die Qualität und den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen stark beeinträchtigt. Besonders Krankenhäuser und Kliniken, die unter finanziellen Engpässen leiden, benötigen mehr Unterstützung. Hierbei äußerten die Fachleute Kritik an der aktuellen Politik, die vorschreibt, dass „ein Personalausweis für alle Behandlungen“ notwendig ist. Praktische Einschränkungen, die sich aus Budgetverteilung, Dienstleistungsfähigkeit und Überweisungssystemen ergeben, wurden als erhebliche Hürden identifiziert.
Dr. Sanan Visutthasakchai hat darauf hingewiesen, dass ein Ungleichgewicht zwischen Patienten, Dienstleistern und den verschiedenen Fonds angegangen werden muss. Die Dringlichkeit ist hoch, da politische Lösungen benötigt werden, um Probleme wie Personalengpässe, Vergütung und die gleichmäßige Verteilung von Fachkräften in den Griff zu bekommen.
Politische Lösungen gefordert
Einen weiteren Vorschlag zur Verbesserung der Lage bringt die mögliche Überprüfung des Gesetzes zur nationalen Gesundheitsversicherung ins Spiel. Dadurch könnte die finanzielle Liquidität erhöht werden, ohne das gesamte System von Grund auf ändern zu müssen. Diese Empfehlung zielt darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Akteuren zu schaffen und eine nachhaltige Gesundheitsversorgung in Thailand zu ermöglichen.
Dennoch sollten die Erwartungen an politische Maßnahmen nicht zu hoch angesetzt werden, wie Dr. Sanan warnt. Hohe Ansprüche könnten den Druck auf das Gesundheitssystem noch erhöhen. Eine ausgewogene Herangehensweise ist daher unerlässlich, um die Gesundheitsversorgung langfristig zu stabilisieren und zu verbessern.
Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Akteure auf diese Herausforderungen reagieren werden, insbesondere mit den Wahlen vor der Tür. Die Stimmen der Bürger werden entscheidend sein, um eine positive Wendung für das Gesundheitssystem in Thailand herbeizuführen.