Am 27. Oktober 2025 fand in der Stiftung für Wohnungsentwicklung in Bangkok eine Pressekonferenz der "Gruppe der Liebhaber der Gesundheitsgarantie" statt. Vertreter aus der Zivilgesellschaft, darunter der Vorsitzende des Unterausschusses für HIV-Dienste Nimit Thianudom, und der Präsident der thailändischen Nierenvereinigung Thanapol Dokkaew, brachten eine klare Botschaft: Das universelle Gesundheitssystem in Thailand muss als grundlegendes Recht verteidigt werden. Mehr als 48 Millionen Thailänder profitieren von der "Goldkarte", die den Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht, und es liegt im Interesse aller, dieses System zu erhalten.
Wachstum und Herausforderungen des Gesundheitssystems
Das thailändische Gesundheitssystem hat sich seit dem Anfang des 21. Jahrhunderts stetig weiterentwickelt. Laut Wikipedia haben fast alle Staatsbürger Anspruch auf medizinische Versorgung, die zu 65 % vom Staat finanziert wird. Der gesundheitliche Sektor ist eine Mischung aus öffentlicher Schulmedizin und privater, traditioneller Medizin. Interessant ist auch, dass der Gesundheitstourismus boomt, da die Kosten für medizinische Behandlungen hier im Vergleich zu westlichen Ländern oft günstiger sind.
Allerdings stehen einige Herausforderungen im Raum. Am Tag der Pressekonferenz wurden über 902 Krankenhäuser unter dem Gesundheitsministerium finanziell überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass 844 in positiver und 58 in negativer Lage sind. Diese finanziellen Probleme könnten auf eine mangelhafte Verwaltung oder auf eine unzureichende Bevölkerungszahl zurückzuführen sein. Auch die hohen Kosten für medizinische Geräte und Krebsmedikamente stellen eine Hürde dar, die bewältigt werden muss.
Gesundheit für alle – ein gemeinsames Ziel
Besonders Nimit betonte, dass Gesundheitsdienste nicht der Gewinnmaximierung unterworfen sein sollten. Er plädierte für eine stärkere Zusammenarbeit aller Beteiligten, um die bestehenden Herausforderungen zu meistern und die Finanzierung des Systems zu sichern. Auch Thanapol hob hervor, dass besonders Menschen mit chronischen Krankheiten und über 500.000 HIV-Patienten auf dieses System angewiesen sind.
Ein weiteres heißes Thema ist die Diskussion um Co-Payments, die Ungleichheiten im Zugang zu medizinischer Versorgung erzeugen könnten. Damit sich das Gesundheitssystem weiter als wahrhaftiges Grundrecht für alle Thailänder etablieren kann, ist ein Umdenken und mehr Zusammenarbeit erforderlich.
Wir werfen einen Blick auf die Geschichte des thailändischen Gesundheitswesens, die bis zur siamesischen Monarchie zurückreicht. König Rama I. gründete das erste medizinische Zentrum, während König Rama IV. die westliche Medizin einführte. Prinz Mahidol von Songkhla, auch bekannt als der „Vater der modernen thailändischen Medizin“, initiierte viele Reformen, die das Gesundheitswesen maßgeblich beeinflussten. Das Gesundheitsministerium, das 1942 gegründet wurde, hat seitdem zahlreiche Programme zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung durchgeführt.
Perspektiven und Impfstrategien
Neben den finanziellen Aspekten wird auch die Gesundheitsprävention großgeschrieben. Seit 1977 führt Thailand umfassende Impfprogramme durch, die eine beeindruckende Quote von 95 % bei Kleinkindern erreichen. Auch die Aufklärung und Prävention sind wichtige Bestandteile der Gesundheitsstrategie, wobei der Fokus auf der Eigenverantwortung der Bevölkerung liegt.
Insgesamt bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen und für ein Gesundheitswesen eintreten, das für jeden Thailänder zugänglich und fair bleibt. Die Herausforderungen sind da, aber auch die Chancen, mit einem starken und gerechtem Gesundheitssystem in eine gesunde Zukunft zu blicken.