In Thailand hat Premierminister Anutin Charnvirakul ein klares Signal gesetzt, indem er die Bekämpfung von Online-Betrug und Scam zu einer nationalen Agenda erklärt hat. Wie BBC Thai berichtet, betont Anutin, dass die Regierung ohne Rücksicht auf Namen oder Positionen entschlossen gegen diese kriminellen Netzwerke vorgehen wird. Bereits am 20. Oktober fand eine Sitzung statt, um Strategien zur Bekämpfung der Scam-Gruppen zu entwickeln.

Thailand ist nicht allein in diesem Kampf. Anutin macht deutlich, dass im Vergleich zu anderen Ländern wie dem Vereinigten Königreich oder den USA auch Thailand Schritte gegen die Scam-Netzwerke in Südostasien unternimmt. So wurden am 18. Oktober 64 südkoreanische Staatsbürger, die in Kambodscha festgehalten wurden, nach Südkorea zurückgebracht, nachdem eine Delegation am 16. Oktober die Situation geprüft hatte.

Regierungsmaßnahmen und Herausforderungen

Außerdem kündigte Anutin an, dass die thailändische Regierung „starke Maßnahmen“ ergreifen wird, um die Scam-Netzwerke zu bekämpfen. Am 24. Oktober unterbrach die Regulierungsbehörde die Internetverbindungen zu verdächtigen Scam-Standorten in Kambodscha. Doch hier gibt es kritische Stimmen: Ein Abgeordneter äußerte am 30. Oktober, dass die Maßnahmen zur Unterbrechung von Wasser, Strom und Internet nach Kambodscha nicht effektiv umgesetzt wurden. Skeptiker bemängeln, dass die Regierung lediglich die Symptome bekämpft, aber nicht die Ursachen des Problems angeht.

Experten warnen zudem, dass die Scam-Netzwerke über hohe finanzielle Ressourcen verfügen und sich schnell anpassen können, was die Herausforderungen für die Regierung nicht einfacher macht. Diese Problematik wird umso dringlicher, da Berichte zeigen, dass viele Opfer von Scam-Gruppen nicht als solche anerkannt werden, was ihre Unterstützung erschwert.

Internationale Zusammenarbeit und Zukunftsaussichten

Anutin fordert zudem eine sichere ASEAN-Gemeinschaft, die den Bürgern Schutz bietet und neuen Bedrohungen wie Cyberkriminalität und Menschenhandel entgegenwirkt. Wie Nation Thailand anmerkt, schlägt Thailand die Schaffung eines Kooperationsnetzwerks vor, um den Informationsaustausch und gemeinsame Operationen zu verbessern. Außerdem soll die Stärkung bestehender ASEAN-Zentren, wie dem Zentrum für öffentliche Gesundheitsnotfälle, dabei helfen, grenzüberschreitenden Herausforderungen besser zu begegnen.

Ein Lichtblick ist die Hoffnung auf die Unterzeichnung des ASEAN-Digitalwirtschaftsrahmenabkommens innerhalb des nächsten Jahres, was neue Möglichkeiten für die Bekämpfung von Cyberkriminalität eröffnen könnte. Anutin hebt die Notwendigkeit eines grünen Übergangs hervor und fordert Investitionen in saubere Energien und nachhaltiges Wachstum, um die Region auch auf lange Sicht zu stärken.

Abschließend bleibt zu hoffen, dass die thailändische Regierung mit den kommenden Maßnahmen den Multikräften der Scam-Netze begegnen kann, denn das Vertrauen der Bürger in die Sicherheit und Integrität ihrer digitalen Umgebung steht auf dem Spiel.