Heute ist der 19.04.2026. In den letzten Jahren hat sich die Diskussion um Nominee-Strukturen in Thailand intensiviert. Diese Strukturen, die in verschiedenen Branchen wie Tourismus, Immobilien und dem thailändischen Aktienmarkt vorkommen, ermöglichen es Investoren, ihre tatsächlichen Eigentümer zu verschleiern. Laut einem Bericht von Isranews müssen Personen, die mehr als 20% der Anteile eines Unternehmens halten oder Einfluss auf die Unternehmenspolitik haben, auch dann berichtspflichtig gemacht werden, wenn sie keine direkten Anteile besitzen. Ein Versäumnis der Berichterstattung kann zu Geldstrafen oder sogar Gefängnisstrafen führen.

Die thailändische Gesetzgebung, insbesondere das Unternehmensgesetz (Corporations Act 2001), verpflichtet Nominee Directors zur Offenlegung der tatsächlichen Eigentümer, in wessen Namen sie handeln. Das Versäumnis dieser Offenlegung wird als Verstoß gegen das Gesetz gewertet. Die thailändischen Behörden haben in diesem Zusammenhang Vermögenswerte im Wert von über 20 Milliarden Baht im Rahmen von Ermittlungen gegen grenzüberschreitende Kriminalität beschlagnahmt.

Internationale Ansätze zur Bekämpfung von Nominee-Strukturen

In anderen Ländern wurden verschiedene Strategien entwickelt, um ähnliche Probleme zu bekämpfen. In Kanada beispielsweise regelt der Investment Canada Act (ICA) ausländische Investitionen und bewertet deren Auswirkungen auf nationale Interessen und Sicherheit. Ausländische Investoren sind verpflichtet, ihre Investitionen zu melden oder Genehmigungen einzuholen, und die Regierung hat das Recht, Investitionen abzulehnen oder zurückzuziehen.

Australien hat ein Gesetz zur Offenlegung des tatsächlichen Eigentums erlassen, das eine Berichterstattung über tatsächliche Kontrolleure erfordert. Kombiniert mit Anti-Geldwäsche-Gesetzen (AML) und dem Prinzip „Know Your Customer“ (KYC) wird versucht, die Identität der Investoren zu überprüfen und deren Verbindungen zu erkennen.

Reformvorschläge für Thailand

Um die Problematik der Nominee-Strukturen in Thailand effektiver zu bekämpfen, werden verschiedene Reformvorschläge diskutiert. Dazu gehört die Anpassung der bestehenden Gesetze zur Berücksichtigung von „echter Kontrolle“, die Schaffung eines nationalen Registers für tatsächliche Eigentümer und eine proaktive Aufsicht durch die zuständigen Behörden. Zudem wird eine gezielte und gerechte Durchsetzung von Gesetzen gegen tatsächliche Kontrolleure angestrebt.

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Ein weiterer Punkt ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Schutz von Whistleblowern, die Informationen über mögliche Gesetzesverstöße bereitstellen können. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, ein transparenteres Investitionsumfeld zu schaffen und die Integrität des thailändischen Marktes zu gewährleisten.

Die Entwicklungen rund um die Nominee-Strukturen in Thailand sind nicht nur für Investoren von Interesse, sondern auch für die gesamte Wirtschaft des Landes. Eine effektive Reform könnte nicht nur das Vertrauen in den thailändischen Markt stärken, sondern auch ausländische Investitionen anziehen, die für die wirtschaftliche Entwicklung Thailands von entscheidender Bedeutung sind.