Die thailändische „Blue Economy“ ist ein bedeutender Schatz für das Land und macht etwa 30% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Dieses umfassende Konzept schließt zahlreiche Bereiche ein, darunter Tourismus, Fischerei und maritime Transporte. Allerdings sieht sich die Entwicklung des maritimen Sektors auch einigen ernsthaften ökologischen Herausforderungen gegenüber, wie Küstenerosion, steigende Verschmutzung durch Abfälle und Schadstoffe sowie den Rückgang maritimer Ressourcen. Diese Herausforderungen verursachen langfristige ökologische und wirtschaftliche Schäden, die es dringend zu bewältigen gilt. Wie The Standard berichtet, erlangt die „Blue Finance“ weitere Aufmerksamkeit als Schlüssel zum Erhalt einer nachhaltigen maritimen Wirtschaft.
Thailand hat mit einer exklusiven Wirtschaftszone (EEZ) von 420.280 Quadratkilometern die Möglichkeit, seine maritimen Ressourcen optimal zu nutzen. Die Küstenlinie erstreckt sich über 3.148 Kilometer und umfasst 23 Provinzen. Diese strategische geografische Lage eröffnet Chancen für verschiedene maritime Aktivitäten, was besonders für den Küstentourismus von Bedeutung ist, der etwa 12% zum BIP beiträgt und auf eine signifikante Reduktion der CO2-Emissionen bis 2030 abzielt.
Ökologische Herausforderungen und Lösungen
Die Weltbank hebt in ihrem Bericht „Innovative Blue Financing for Integrated Seascape Management in Thailand“ hervor, dass rund 30% der thailändischen Küste in den letzten 30 Jahren erodiert sind. Dies führte zu einem Verlust von 126,4 Millionen Quadratmetern und wirtschaftlichen Schäden von mehr als 1,3 Milliarden Dollar. Besonders betroffen sind Bangkok und der obere Golf von Thailand, die anfällig für Überschwemmungen sind. Die thailändische Regierung hat darauf reagiert, indem sie Infrastrukturprojekte zur Küstenschutz, Mangrovenaufforstung und Anpassungsstrategien initiiert hat, um den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken.
Darüber hinaus strebt Thailand innovative Lösungen im Bereich des Abfallmanagements an. Mit speziellen Systemen zur Bekämpfung von Meeresverschmutzung und zur Wiederherstellung von Ökosystemen sollen die maritimen Ressourcen des Landes erhalten werden. Allerdings bremst ein Mangel an effektiven Finanzierungsmechanismen gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die über 70% der Beschäftigung im Land stellen und 36% zum BIP beitragen. Viele KMU haben Schwierigkeiten, Zugang zu benötigten Finanzierungsmitteln für nachhaltige maritime Projekte zu finden.
Entwicklung der Blue Finance in Thailand
Die thailändische Regierung hat im Jahr 2023 lediglich 0,05% ihres Jahresbudgets für maritime Ressourcen verfügbar gemacht. Dennoch zeigt der Markt für Blue Finance positive Entwicklungen. Internationale Finanzinstitute zeigen wachsendes Interesse, mit über 1,9 Milliarden USD an Krediten und Investitionen seit 2020. Im Vergleich zur Green Finance bleibt Blue Finance allerdings hinter den Erwartungen zurück. Dennoch wird das Potenzial erkannt, Blue Bonds als Finanzinstrumente zur Förderung der Blue Economy zu nutzen.
Bis Ende 2023 beläuft sich das Volumen der ESG-Anleihen in Thailand auf 658 Milliarden Baht, was einen Anstieg von 35% gegenüber dem Vorjahr darstellt. Pilotprojekte für Blue Bonds, etwa von EXIM Thailand und Thai Union, zeigen den Willen und das Potenzial, in diesem Bereich weiter voranzuschreiten. Die Nachfrage nach nachhaltigen Finanzierungen wächst, und der Markt für ESG-Anleihen expandiert.
Abschließend lässt sich festhalten, dass Thailand trotz der Herausforderungen gute Fortschritte macht, um die Blue Economy als wichtigen Wirtschaftszweig weiter zu etablieren und dabei gleichzeitig die ökologischen Aspekte nicht aus den Augen zu verlieren. Der Weg dorthin ist zwar steinig, doch mit einer strategischen Ausrichtung und innovativen Maßnahmen sind die Chancen für eine blühende maritime Wirtschaft durchaus gegeben, wie Bangkok Biz News anmerkt.