In den letzten Wochen sorgte die traditionsreiche Pariser Bäckerei Poilâne für Aufsehen, als sie am 19. Januar 2026 von einem Wirtschaftsgericht in ein Sanierungsverfahren versetzt wurde. Das Unternehmen, das 1932 von Pierre Poilâne gegründet wurde und für sein Holzofenbrot bekannt ist, wurde als zahlungsunfähig erklärt und steht vor erheblichen Herausforderungen. Trotz dieser schwierigen Situation betreibt Poilâne weiterhin fünf Filialen in Paris und eine in London. Die Geschäftsführerin Apollonia Poilâne versicherte am 6. Februar, dass der tägliche Betrieb ohne Unterbrechung fortgeführt wird und die Sanierung keine Auswirkungen auf die üblichen Abläufe hat. Laut Berichten hat das Unternehmen nun sechs Monate Zeit, um einen Sanierungsplan zu erarbeiten und dem Gericht vorzulegen ([Source 1]).

Die Schwierigkeiten von Poilâne sind nicht neu. Bereits 2024 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoproduktionsverlust von 2,1 Millionen Euro bei einem Umsatz von 10,5 Millionen Euro. Ein weiterer Rückschlag war die Schließung der Produktionsstätte in Bièvres im Frühjahr 2025, die aufgrund von Hygiene- und Sicherheitsproblemen für über einen Monat geschlossen wurde und die Belieferung von drei der fünf Pariser Filialen sowie von Restaurants und Einzelhändlern erheblich beeinträchtigte. Diese Probleme wurden durch einen allgemeinen Rückgang des Konsums und verstärkten Wettbewerb verschärft ([Source 2]).

Die Herausforderungen im Überblick

Die Unternehmensleitung hat auf interne Mitteilungen hingewiesen, die weitere Gründe für die Insolvenz anführen, darunter auch Schwierigkeiten bei der Zahlung durch Kunden. Poilâne beschäftigt derzeit 114 Mitarbeiter und plant, diese Zahl auch im Jahr 2025 zu halten. Die Bäckerei beliefert nicht nur ihre eigenen Filialen, sondern auch Supermärkte und Restaurants, was einen wesentlichen Teil ihres Einkommens ausmacht. Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt die tägliche Geschäftstätigkeit unverändert, und alle Arbeitsplätze sind vorerst gesichert ([Source 2]).

Ein weiterer Aspekt ist der vorübergehende Stopp des internationalen Versands, während der Versand innerhalb Frankreichs weiterhin über Colissimo möglich ist. Diese Entscheidung wurde aufgrund logistischer Probleme getroffen, die die Effizienz des Betriebs beeinträchtigen könnten. Die Bäckerei sieht sich auch mit steigenden Produktionskosten konfrontiert, die in Kombination mit dem intensiven Wettbewerb durch neue Anbieter die Lage weiter belasten ([Source 1]).

Einblick in das Insolvenzverfahren

Das französische Insolvenzrecht sieht vor, dass ein Unternehmen, das in eine finanzielle Krise gerät, von seinem gesetzlichen Vertreter in ein Schutzverfahren eingeleitet werden kann. In diesem Fall hat Poilâne das gerichtliche Sanierungsverfahren auf eigenen Antrag angestoßen. Das Verfahren umfasst eine Beobachtungsphase von sechs Monaten, die gegebenenfalls auf bis zu 18 Monate verlängert werden kann. Dies soll dem Unternehmen helfen, sich zu erholen und den Betrieb fortzusetzen ([Source 3]).

Die Herausforderungen für Poilâne sind exemplarisch für viele Unternehmen, die in der aktuellen Wirtschaftslage mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Das Insolvenzverfahren bietet dem Unternehmen einige Vorteile, wie die Aussetzung fälliger Forderungen und die Möglichkeit, einen Sanierungsplan zu entwickeln. Dennoch bleibt unklar, wie erfolgreich das Unternehmen aus dieser Krise hervorgehen wird und welche Maßnahmen notwendig sind, um den Fortbestand der traditionsreichen Bäckerei zu sichern.