Die thailändische Transport- und E-Commerce-Branche befindet sich in einem dramatischen Wandel. Während Unternehmen wie die Siam Cement Group (SCG) bestrebt sind, ihre Betriebe zu straffen, sehen sich andere mit den harten Realitäten eines stagnierenden Marktes konfrontiert. Ein besonders bemerkenswerter Fall ist die Schließung von NocNoc, einem lokalen E-Marktplatz für Wohn- und Baumaterialien, der im Laufe seiner sechsjährigen Geschichte nie profitabel arbeiten konnte. Laut Bangkok Biz News wird NocNoc am 9. Februar 2026 die letzten Bestellungen annehmen und bis Mai 2026 vollständig schließen.

Klar ist, dass NocNoc nicht nur ein weiteres Startup in der schillernden Welt des E-Commerce ist. Gegründet im Jahr 2018 als ambitiöse Plattform für über 900.000 Produkte von 6.000 Händlern in Thailand, hat NocNoc versucht, sich im stark umkämpften Markt zu behaupten. Doch die Realität sieht anders aus: In den letzten fünf Jahren verlor das Unternehmen etwa 4,39 Milliarden Baht, und allein im vergangenen Jahr waren es über 1,8 Milliarden Baht. Diese enorme Summe ist für viele Investoren nicht tragbar, wie E-Commerce-Experte Pawoot Pongvitayapanu erklärt – sie seien schlichtweg nicht bereit, langfristige Verluste zu akzeptieren, wie Bangkok Post zusätzlich feststellt.

Der Druck der Konkurrenz

Die Schließung von NocNoc ist symptomatisch für die Herausforderungen innerhalb des thailändischen E-Commerce-Sektors. Der Markt wird zunehmend von ausländischen Akteuren wie Shopee, TikTok und Lazada dominiert. Diese großen Player setzen angepasste Strategien ein und gelangen so zu dem, was Experten als "Instant Commerce" bezeichnen – schnelle Lieferung und Multi-Channel-Verkäufe. Während NocNoc über verschiedene Segmente wie Heim- und Wohnprodukte hinaus in den Lifestyle-Sektor expandieren wollte, erwies sich diese Expansion als unhaltbar, und letztlich konnte das Unternehmen keine Gewinne verzeichnen.

SCG, der Hauptinvestor von NocNoc, hat ebenfalls Konsequenzen zu ziehen. Das Unternehmen plant, bis 2025 Betriebskosten in Höhe von 5 Milliarden Baht einzusparen, indem nicht profitable Geschäftsbereiche geschlossen werden. Auch SCG Express hat den Betrieb eingestellt, wodurch das Unternehmen weiteres schwieriges Terrain im E-Commerce navigieren muss.

Der Weg in die Zukunft

Die Herausforderungen, vor denen die E-Commerce-Branche Thailands steht, stellen eine ernsthafte Gefahr für viele kleine Anbieter dar. Laut der Analyse von NocNocs finanzieller Situation wird eine Konsolidierung in der Branche immer wahrscheinlicher. Das jüngste Beispiel ist die Schließung von JD Central, einer Partnerschaft zwischen Thailands Central Group und Chinas JD.com, die bereits 2023den Betrieb eingestellt hat. Der Druck, profitabel zu bleiben, wird die Marktlandschaft stark verändern.

Marken, die in dieser schnelllebigen Welt bestehen wollen, müssen Multi-Channel-Strategien annehmen und sich auf spezifische vertikale Marktplätze konzentrieren, die potenziell noch Erfolg versprechen. Ansonsten droht, wie die Erfahrung von NocNoc zeigt, die Abwärtsspirale in die Verlustzone.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die thailändische Transportindustrie sowie der E-Commerce-Sektor gegenwärtig gefordert sind wie nie zuvor. Die kommende Schließung von NocNoc wird weitreichende Auswirkungen haben und das Bild des Marktes für lange Zeit prägen.