Am 26. Januar 2026 fand im Hotel Amari Don Mueang Airport in Bangkok die nationale Konferenz „Physiotherapie zur Gesundheitsförderung, 2. Jahrgang (2026)“ statt. Diese Veranstaltung, die von Prof. Dr. Pravit Jenwattanakul, dem Präsidenten des Physiotherapieverbands, eröffnet wurde, stellte wichtige Weichen für die Zukunft des Gesundheitssystems in Thailand. Denn das Land steht vor der Herausforderung, schneller als erwartet in eine alternde Gesellschaft einzutreten, was das bestehende System erheblich gefährdet. Hfocus berichtet, dass die Teilnehmer der Konferenz die Notwendigkeit betonten, die Gesundheitsrichtlinien zu überdenken, um sowohl die Lebensqualität der Bürger zu verbessern als auch die Krankheitslast langfristig zu verringern.
Ein zentraler Aspekt der Diskussion war der Fokus auf Prävention und Gesundheitsförderung. Anstatt nur die Symptome zu behandeln, soll die Gesellschaft aktiv auf Lebensstiländerungen hinwirken, die das Wohlbefinden steigern und Krankheiten vorbeugen. Dies erfordert jedoch nicht nur ein Umdenken, sondern auch eine qualitativ hochwertige langfristige Pflege, die den Patienten bis zum Lebensende eine angemessene Lebensqualität sichert. „Gut sterben“ bedeutet für die Experten dabei nicht nur schmerzfrei zu sein, sondern auch ein erfülltes und würdevolles Leben bis zum Schluss zu führen.
Dringender Handlungsbedarf
Die Statistiken zeigen, dass Handlungsbedarf besteht. Aktuell gibt es nur einen Physiotherapeuten für 4.700 Personen in Thailand, während eine Empfehlung von einem Physiotherapeuten pro 2.000 Personen spricht. Diese ungleiche Verteilung führt dazu, dass die Gesundheitsdienstleister immer mehr unter Druck geraten, was oft in Burnout oder gar Abwanderung mündet. Hfocus beschreibt auch, dass im Jahr 2023 über 9.300 Mitarbeiter im Gesundheitsministerium das Handtuch geworfen haben – darunter etwa 5.300 Kündigungen und 4.000 Pensionierungen. Dies verstärkt die Probleme im bereits angespannten Gesundheitssektor.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurden bei der Konferenz mehrere Vorschläge präsentiert. Der Fokus sollte auf Prävention statt lediglich auf Heilung gelegt werden. Auch die Schaffung von Medical Hubs und Premium-Kliniken könnte dazu beitragen, die Einnahmen des Gesundheitssystems zu erhöhen und gleichzeitig ausländische Patienten anzuziehen, was zur finanziellen Stabilität beiträgt. Eine bessere Zusammenarbeit mit privaten Krankenversicherungen sollte ebenfalls in Betracht gezogen werden. Diese Maßnahmen könnten letztlich dazu führen, dass das Gesundheitswesen in Thailand zukunftssicher gestaltet werden kann.
Ein Zukunftsplan für Thailand
Die Thematik der Ausbildung von Gesundheitsfachkräften, insbesondere Physiotherapeuten, war ein weiterer wichtiger Punkt der Tagung. Es ist unumgänglich, in die Ausbildung dieser Fachkräfte zu investieren, um nicht nur den gegenwärtigen Bedarf zu decken, sondern auch für die kommenden Generationen gewappnet zu sein. Nur mit einem gut ausgebildeten Personal kann die qualitativ hochwertige Versorgung gewährleistet werden, die angesichts der alternden Bevölkerung notwendig ist.
Wie die Konferenz gezeigt hat, brennt in Thailand der Hut. Die Schaffung eines stabilen und zukunftsfähigen Gesundheitssystems erfordert nicht nur Engagement, sondern auch kluge Entscheidungen und innovative Ansätze. „Da liegt was an“, könnte man sagen – aber es bedarf eines gemeinsamen Ansatzes von Politik, Fachleuten und der Gesellschaft, um diese Herausforderung zu meistern. Bleibt zu hoffen, dass die Vorschläge fruchten und die positive Entwicklung anstoßen, die Thailand dringend braucht.